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Ruprecht-Karls-Universität
Heidelberg
Fakultät für Klinische Medizin Mannheim Zentrallabor des Universitätsklinikum Mannheim Allergie - Drug Monitoring - Endokrinologie - Gerinnung - Hämatologie - Immunologie - Klinische Chemie - Spezialanalysen/Funktionsdiagnostik - Toxikologie - Zelluläre Diagnostik - sowie Ausbildung und Fachinformation |
| Funktionsteste Klinische Chemie | |
Desferrioxamintest
Eisenresorptionstest
Glucose-Toleranztest,
oraler (OGT)
Kreatininclearance
Glomeruläre
Filtrationsrate und MDRD-Formel
Lactose-Toleranztest
Penicillamintest
Phosphatclearance
(Eisenelimination)
I: Nachweis einer pathologischen Eisenspeicherung (Hämochromatose, Hämosiderose).
D: Blase vollständig entleeren, dann 6 Std. Urin sammeln ( = Leerwert). Danach 500 mg
(10 mg /kg KG) Desferrioxamin i.m. injizieren und weitere 6 Std. Urin sammeln.
® Eisenbestimmung mittels AAS.
B: Vor Desferal < 1 µmol / 6 Std.
Nach Desferal F < 6 µmol / 6 Std.
M < 9 µmol / 6 Std.
Bei Hämochromatose finden sich
meist Werte > 15 µmol / 6 Std.
I: Nachweis einer beschleunigten Eisenresorption bei latentem Eisenmangel.
D: Orale Gabe von 200 mg Fe ++ eines leicht resorbierbaren Eisenpräparats (morgens, nüchtern!).
Blutentnahme nüchtern sowie nach 1, 2 und 4 Stunden ® photometrische Eisenbestimmung.
B: Normal: Nach 1 Std. 50% über
Ausgangswert, nach 2 Std. noch 25%. Bei Eisenmangel liegen die Werte
deutlich darüber. Eine Fe-Konzentration im Serum > 35 µmol /
l zeigt in jedem Fall eine gesteigerte Resorption an.
Test nicht geeignet zur Diagnose eines
Malassimilationssyndroms.
Der Test ist nicht standardisiert und die Bewertungskriterien der verschiedenen Literaturstellen bzw. Laboratorien sind unterschiedlich.
Lit.: Labormedizin, J.G. Meyer, Deutscher
Ärzteverlag, 4. Aufl. 1990, S.149
Eisenstofffwechsel, Anämien,
Diagnostik und Therapie, M. Wick, W. Pinggera, P.Lehmann, Springer-Verlag,
6. Auflage 2000, S.58
Glucose-Toleranztest, oraler (OGT)
I: Nachweis einer pathologischen Glucosetoleranz.
D: Vor dem Test mindestens 3 Tage KH-reiche Kost. Keine körperliche Belastung vor und während der Tests:
Proband / Patient trinkt 75 g Glucose-Oligosaccharidgemisch in 400 ml Flüssigkeit über 5 min. Entnahme von Kapillarblut nüchtern sowie 60 und 120 min. nach Testbeginn
® enzymatische Glucosebestimmung.
B: Nü 60 min. 120 min.
Normale Glucose Toleranz < 100 < 160 < 120 mg / dl
Pathol. Glucose Toleranz < 120 > 160 > 140 "
Diabetes mellitus > 120 > 200 > 200 "
Bei Verdacht auf Glucose-Resorptionsstörungen
kann der Test auch mit intravenöser Gabe von Glucose (0.5 g
/ kg KG) in 0.9 % NaCl-Lösung ausgeführt werden.
I: Bestimmung der glomerulären Filtrationsrate (GFR) der Niere.
D: Patient sammelt
24 Std.-Urin, hiervon ein Aliquot + 5 ml Vollblut ins Labor
Kreatininbestimmung im Serum
und Sammelurin.
Angabe von Körpergröße,
Gewicht und Sammelvolumen nicht vergessen, ansonsten können wir keine
Clearance berechnen !
B: Nach Korrektur mit Körpergröße und Gewicht gilt:
CKr [ml/min] = Urinkonz. x Volumen pro 24 / Serumkonz. für 1,73 m2 Körperoberfläche
CKr [ml/min] = (Urinkonz. x Volumen / Serumkonz.) x (1,73 / Körperoberfläche) für andere Körperoberflächen
Altersabhängige Referenzbereiche der Creatininclearance (MW +/- Standardabweichung) in ml/min
| Alter | Frauen | Männer |
| 20 - 29 | 95 +/- 20 | 110 +/- 21 |
| 30 - 39 | 103 +/- 25 | 97 +/- 36 |
| 40 - 49 | 81 +/- 28 | 88 +/- 20 |
| 50 - 59 | 74 +/- 24 | 81 +/- 19 |
| 60 - 69 | 63 +/- 25 | 72 +/- 21 |
| 70 - 79 | 54 +/- 13 | 64 +/- 15 |
| 80 - 89 | 46+/- 15 | 47 +/- 15 |
| 90 - 99 | 39 +/- 9 | 34 +/- 9 |
| Kinder | 5. - 7. Tag | 38 - 62 |
| 1 - 2 Monate | 54 - 76 | |
| 3 - 12 Monate | 64 - 108 | |
| 3 - 13 Jahre | 120 - 145 |
Die glomeruläre
Filtrationsrate (GFR) wird mit der Creatininclearance überschätzt,
da Creatinin zu 10-14% tubulär sezerniert wird. Der Faktor hängt
von der GFR ab
| Inulin-Clearance (GFR) in ml/min | Clearance von Creatinin / Inulin |
| > 80 | 1,16 |
| 80 - 40 | 1,57 |
| < 40 | 1,92 |
Daraus folgt die Umrechnung
(Abschätzung der GFR):
Inulin-Clearance (GFR) =
Creatininclearance / Faktor
Die GFR ist altersabhängig: GFR = 157 - (1,16 x Alter in Jahren)
( Tabellen aus: L. Thomas (Hrsg.), Labor und Diagnose,
6. Aufl., TH-Books, Frankfurt 2005, S. 541).
Abschätzung der Glomerulären Filtrationsrate (GFR) mittels MDRD-Formel
Die Abschätzung der GFR mittels der
Creatinin-Clearance ist aufwendig und ebenfalls fehlerbehaftet.
Aus der Serumcreatinin-Konzentration unter
Berücksichtigung von Alter, Geschlecht und Körperoberfläche
läßt sich die GFR relativ gut durch Berechnung mit der MDRD-Formel
abschätzen, wenn man bestimmte Einschränkungen berücksichtigt
(s. Tab.). Auch sie hat die Aufgabe den sog. Kreatinin-blinden Bereich
zu verkleinern.
Die Formel wird bereits in einigen Richtlinien
empfolen (KDIGO Richtlinien):
http://www.kdigo.org/guidelines/content-function.htm
Diese basieren auf einer Publikation der KDIGO-Gruppe in Kidney International (2005 ( 67), pp. 2089-2100).
Die Messung bei Werten über 90 ml/min/1,72
m2 KOF ist nicht zuverlässig, jedoch erst bei Werten unter 60 ml/min
wiederholt über 3 Monate wird eine chronische Nierenerkrankung angenommen.
I: Nachweis eines Malabsorptionssyndroms für Lactose.
Meßgröße ist die Glucosekonzentration im Vollblut.
D: Der nüchterne Proband / Patient trinkt 50 g Lactose in 400 ml Tee über 5 min.
Kinder > 2 J.: 2 g / kg KG als 25 % ige Lösung. Kapillarblutentnahme nüchtern sowie 30, 60 u. 120 min. ® enzymatische Bestimmung der Blutglucose.
B: Ein Anstieg der Blutglucose
um > 20 mg /dl spricht für eine normale Laktoseresorption.
(Kupferelimination)
I: Nachweis einer pathologischen Kupferspeicherung bei M. WILSON.
D: Pat. sammelt 24 Std.-Urin (Leerwert), dann i.m. Gabe von 1 g Penicillamin
(Metalcaptase) und weitere zwei 24 Std.-Sammelperioden.
® Kupferbestimmung mittels AAS.
B: Leerwert Nach Penicillamin
Normal < 1.0 µmol / die 1.6
- 6.0 µmol / die
I: Primäre u. sekundäre Störungen der Nebenschilddrüsenfunktion; Tubulopathien mit Phosphatverlust.
D: Patient sammelt 24 Std.-Urin, hiervon ein Aliquot + 5 ml Vollblut ins Labor
® Phosphatbestimmung.
B: Für eine normale Nierenfunktion gilt:
Cp
= 5.4 - 16.2 ml / min.
Text: Dr. P. Haux, Dr. T. Nebe
weitere Funktionsteste (Zentrallabor Uni Köln)
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| Verantwortlich: Dr.
Thomas Nebe
E-Mail an IKC-Sekretariat |
letzte Änderungen: 4.10.2005 | Webmaster |